Künstliche Intelligenz ist Chefsache: Strategische Leitplanken für KMU

Künstliche Intelligenz ist kein reines IT-Thema, sondern eine Führungs- und Verantwortungsfrage für den Verwaltungsrat (VR) und die Geschäftsleitung (GL). KI verändert, wie Informationen entstehen, wie Entscheidungen vorbereitet werden und wo Risiken entstehen oder unbemerkt bleiben können. Auch KMU in der Schweiz stehen zunehmend vor der Frage: Wo stehen wir heute, und was wäre für uns tatsächlich sinnvoll? Die gemeinsame Aufgabe von VR und GL ist es nicht, jedes Detail zu kontrollieren, sondern durch klare Leitplanken, Zuständigkeiten und Transparenz die Steuerbarkeit sicherzustellen. Damit lassen sich Nutzen, Qualität, Sicherheit und Compliance gezielt gewährleisten.

 

von Manuel Morson

Warum der KI-Einstieg häufig stockt – und das mit gutem Grund


Nicht die Technologie ist die grösste Hürde, ebenso wenig der Wille zur Veränderung. In Gesprächen mit GL und VR hören wir häufig Aussagen wie:

  • «Wir wissen nicht, wo wir anfangen sollen.»
  • «Uns fehlt die Zeit, uns vertieft mit dem Thema auseinanderzusetzen.»
  • «Wir möchten keine Investitionen tätigen, ohne den Mehrwert abschätzen zu können.»

Diese Zurückhaltung ist nachvollziehbar: Der KI-Markt ist unübersichtlich, viele Begriffe bleiben vage, und zahlreiche Lösungen wirken nicht auf den spezifischen KMU-Kontext zugeschnitten. Dabei wird oft übersehen: Ein KI-Einstieg ist weniger technischer als vielmehr strategischer Natur.

Die zentrale Frage für KMU:
Wie können GL und VR fundiert einschätzen, ob und in welchen Bereichen KI heute bereits sinnvoll eingesetzt werden kann?

Damit die Geschäftsleitung handlungsfähig bleibt und der Verwaltungsrat seine Aufsichtspflicht wahrnehmen kann, braucht es vor allem eine saubere Einordnung: Was bringt echten Nutzen, was ist Spielerei, und wo entstehen Risiken, die auf Führungs- und Gremienebene behandelt werden müssen?


KI-Ampel: In 60 Sekunden zur Standortbestimmung

 

Drei einfache Fragen reichen oft, um den groben Ausgangspunkt zu klären. Ist ihre Ampel schon grün?:

  1. Transparenz
    Wissen wir, wo KI heute bereits genutzt wird – auch informell im Alltag?
  2. Daten und Grenzen
    Ist klar, welche Daten und Inhalte in KI-Tools verwendet werden dürfen und welche tabu sind (vertraulich, Personendaten, Geschäftsgeheimnisse)?
  3. Verantwortung
    Ist eindeutig geregelt, wer den KI-Einsatz verantwortet und wer in Grenzfällen entscheidet?

Ist Ihre KI-Ampel schon auf Grün?

  • Grün: Alle drei Fragen sind klar mit «Ja» beantwortet. KI ist grundsätzlich steuerbar.
  • Gelb: Mindestens eine Frage ist nur teilweise geklärt. KI wird genutzt, aber Leitplanken  und oder Zuständigkeiten sind noch nicht robust.
  • Rot: Eine oder mehrere Fragen sind klar mit «Nein» beantwortet. KI wird bereits eingesetzt, aber ohne verlässliche Führung und ohne klare Verantwortung.

Wenn diese drei Fragen nicht mit einem sauberen «Ja» beantwortet werden können, entsteht schnell ein typisches Muster: KI wird genutzt, aber nicht geführt. Für GL und VR ist das problematisch, weil Verantwortung und Risiken nicht verschwinden, nur weil der Einsatz informell und dezentral erfolgt.


Fazit: Klarheit vor Tempo

KI wird im KMU häufig genutzt, bevor Verwaltungsrat und Geschäftsleitung sie sauber einordnen können. Mit der KI-Ampel klären Sie in drei Fragen Transparenz, Datenregeln und Verantwortung. So schaffen Sie eine verlässliche Basis für Nutzen, Sicherheit und klare Entscheide.

Wann haben Sie Ihre KI-Strategie zuletzt kritisch hinterfragt?

 

Wenn Sie in Ihrem KMU rasch Klarheit schaffen möchten, schreiben Sie mir via Mail einfach «Ampel». Sie erhalten eine kompakte Vorlage inklusive Auswertungshinweisen sowie ein kurzes, unverbindliches Auswertungsgespräch. Daraus entsteht ein klarer Überblick, wo KI sinnvoll ist, welche Leitplanken nötig sind und welche nächsten Schritte GL und VR fundiert entscheiden können. Gerne stehe ich Ihnen mit meinem Wissen und meinen Erfahrungen für ein unverbindliches Gespräch zur Verfügung.

Manuel Morson, Exec. MBA FHO, VR CAS HSG, Direkt +41 71 243 04 73, manuel.morson@hsp-con.ch