Interview-Reihe Unternehmensnachfolge, N°2 – F.G. Pfister Holding, Roland Zaugg

Familienunternehmen entdecken zunehmend neue Formen der Nachfolgeregelung. In gut 60% der Nachfolgeprozesse kommen externe Lösungen zur Anwendung, also keine Weitergabe innerhalb von Unternehmerfamilien. In diesem Beitrag lernen wir die F.G. Pfister Holding näher kennen. Es freut mich sehr, dass sich der Verwaltungsratspräsident, Roland Zaugg, für dieses Interview zur Verfügung gestellt hat.

von Urs Neuhauser


Welche Rolle nimmt F.G. Pfister im Thema Nachfolgeregelungen ein?

Roland Zaugg: F.G. Pfister hält und investiert langfristig in Schweizer KMU, insbesondere in Nachfolgelösungen. Viele Unternehmer suchen eine Nachfolgelösung, die nicht nur finanziell funktioniert, sondern auch Arbeitsplätze und Unternehmenskultur erhält. Wir bieten genau das. Unser Fokus liegt auf der langfristigen Entwicklung von Unternehmen, der Sicherung von Arbeitsplätzen und der Stärkung des Wirtschaftsstandorts Schweiz.


Welche sind die Vorteile für ein Familienunternehmen im Vergleich zu einem Verkauf an strategische oder finanzielle Investoren?

F.G. Pfister denkt nicht in Investitionszyklen oder Exit-Strategien wie klassische Private Equity. Unser Ansatz ähnelt stark dem eines klassischen Familienunternehmens, das nicht für den nächsten Quartalsabschluss arbeitet, sondern für die nächste Generation. Wir wollen gesunde Schweizer KMU langfristig erhalten und weiterentwickeln. Ziel ist es nicht, Unternehmen zu kaufen, zu optimieren und nach einigen Jahren wieder zu verkaufen. In diesem Sinne verstehen wir uns nicht als Finanzinvestor, sondern als unternehmerischer Partner mit einem klaren Fokus auf Kontinuität.


Welche 5 Tipps würden Sie aus Ihrer Praxis Unternehmensinhabern mitgeben wollen?

 

  1. Frühzeitig mit der Nachfolge beginnen
    Nachfolge ist ein Prozess, kein Ereignis. Wer früh startet, schafft Handlungsspielraum
     
  2. Alle Optionen prüfen
    Von Familienlösung über Mitarbeitermodelle bis externe Partner – gute Entscheidungen entstehen durch Vergleich. Entscheidend ist die Perspektive danach: kurzfristige Transaktion oder langfristige Weiterführung.
     
  3. Wertekompatibilität prüfen – nicht nur den Preis
    Der «richtige» Käufer teilt Kultur, Verantwortung und langfristige Perspektive.
     
  4. Nachfolge als strategische Chance sehen
    Externe Lösungen können Wachstum, Innovation und Professionalisierung ermöglichen.
     
  5. Führung aufbauen und unternehmerische Kontinuität sichern
    Eine starke zweite Führungsebene ist entscheidend für Stabilität und Vertrauen.

Viele Ostschweizer sind stolz auf die Marke Goba und die hohe Innovationskraft dieses Unternehmens? Wie wird diese Geschichte in die Zukunft weitergeschrieben?

Die Nachfolge mit F.G. Pfister wurde bewusst gewählt, weil sie Stabilität gewährleistet. Das Unternehmen Goba bleibt regional verwurzelt im Kanton Appenzell sowie kulturell und unternehmerisch eigenständig. In diesem Sinne entwickelt sich Goba kontinuierlich weiter, ohne ihre Herkunft, ihre Werte und ihre Identität aus den Augen zu verlieren. Ziel ist es, Bewährtes zu bewahren und zugleich neue Impulse für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Entwicklung zu setzen.


Danke für das Interview und die spannenden Einblicke.
Mehr erfahren über die F.G. Pfister Holding.


Wann haben Sie den richtigen Zeitpunkt für notwendige Veränderungen in Ihrem Unternehmen zuletzt bewusst geprüft?

 

Wir beraten seit 30 Jahren Familienunternehmen in Nachfolgeprozessen. Für nähere Auskünfte oder ein unverbindliches Kennenlernen stehe ich gerne zur Verfügung: Urs Neuhauser, lic. oec. HSG, Direkt +41 72 243 04 60urs.neuhauser@hsp-con.ch