Interview-Reihe Unternehmensnachfolge, N°1 – Dr. Ralf Schröder

Urs Neuhauser im Gespräch mit Dr. Ralf Schröder, Mitgründer HSP Consulting AG und VR in mehreren Familienunternehmen

Nachfolge ist kein Ereignis, sondern ein Prozess. Wer ein Unternehmen erfolgreich in die Zukunft führen will, sollte Nachfolge nicht als einmalige Übergabe verstehen, sondern als strategischen und sorgfältig begleiteten Entwicklungsprozess. In diesem Beitrag sprechen wir mit Ralf Schröder, der sich seit 30 Jahren intensiv mit dem Thema Nachfolgeplanung beschäftigt und es wissenschaftlich wie praktisch mitgeprägt hat.

Das Interview zeigt, warum nachhaltige Nachfolge mehr mit Klarheit, Reflexion und Prozessqualität zu tun hat als mit Tempo.


Lieber Ralf, du hast das Thema Nachfolgeplanung bereits vor 30 Jahren aufgenommen und fundiert wissenschaftlich erforscht. Wie bist du ursprünglich auf dieses Thema gekommen?


Am Anfang stand der Zufall. Ich hatte zu Beginn meiner Beratungstätigkeit engen Kontakt zu drei unterschiedlichen Unternehmern aus den Branchen Bau, Holzverarbeitung und Bierbrauerei.

Bei allen Dreien ging es vordergründig um die strategische Ausrichtung des Geschäfts, aber bald einmal kam auch das Thema der familiären Nachfolge auf den Tisch. Bei der Einarbeitung ins Thema Nachfolge habe ich dann gemerkt, dass es praktisch keine Literatur zu diesem Thema gab, mit Ausnahme von Fachthemen wie Steuerrecht usw.

Das hat mich dann inspiriert und motiviert, um mich vertieft mit dem Thema auseinanderzusetzen.


Die von dir entwickelten Methoden und Konzepte sind nun vielfach angewandt. Welche Erkenntnisse siehst du als besonders wertvoll?


Es geht immer wieder um das Thema «Prozessorientierung». Viele Unternehmer wollen möglichst schnell eine Lösung, das liegt wohl am Unternehmer-Gen.

Doch beim Nachfolgeprozess geht es nicht um Geschwindigkeit, sondern um Nachhaltigkeit. Und deshalb muss es möglich sein, auch mal wieder einen Schritt zurück zu machen und eine getroffene Entscheidung in Frage zu stellen.

Letztendlich geht es darum, dass der Übernehmer das Unternehmen erfolgreich in die Zukunft führen kann.


Unzählige Unternehmerfamilien konnten von deinen Erkenntnissen profitieren. Gibt es bestimmte Erfolge, auf du die besonders stolz bist?


Hier gäbe es mehrere Beispiele. Doch ein Beispiel in der Ostschweiz ist ziemlich bekannt, die Bäckerei Kuhn. Dank einer kreativen Nachfolgelösung wurde es möglich, dass aus einer kleinen Dorfbäckerei im Toggenburg, ein Back & Gastro-Unternehmen mit 280 MitarbeiterInnen wurde.


Welche Empfehlung gibst du einem Eigentümer, der sich beginnt über seine Nachfolge Gedanken zu machen?


Meine Empfehlung lautet, dass er erstens sich überlegen soll, was ihm persönlich wichtig ist. Dass er sich zweitens überlegen soll, was für sein Unternehmen in Zukunft wichtig ist. Und dass er drittens, einen erfahrenen Nachfolge-Berater beiziehen soll.


Wie stellst du dir deine eigene Nachfolgeplanung vor?

Bei HSP Consulting konnten wir uns mir dir im Thema Nachfolgeplanung verstärken. Deine langjährige Führungserfahrung und breite Kompetenz ist sehr wertvoll. Ich selber werde meine bestehenden Nachfolge-Mandate bis zum Abschluss weiter begleiten. Das sind alles erfolgreiche Unternehmer, denen ich meine Unterstützung zugesichert habe. 


Fazit

Das Interview macht deutlich: Erfolgreiche Unternehmensnachfolge entsteht nicht unter Zeitdruck, sondern durch Weitsicht, Klarheit und einen strukturierten Prozess. Wer frühzeitig beginnt, die richtigen Fragen stellt und erfahrene Unterstützung einbezieht, schafft die Grundlage dafür, dass Unternehmen nicht nur übergeben, sondern nachhaltig weitergeführt werden können.


Danke für das Gespräch und die wertvollen Einblicke.

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